3. März 2026
Europäische Altkleiderexporte nach Ghana – Segen oder Fluch?

Ann-Kristin Reinkenhoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Freiburg, stellte in ihrem Input die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zum Altkleidermarkt in Ghanas Hauptstadt Accra vor, die sie in 2021 durchgeführt hatte. Sie berichtete von gezielten Bestellungen der Händler:innen vor Ort bei Altkleiderexporteuren in Europa und zeigte die Spezialisierung von Händler:innen auf dem Kantamanto-Markt in Accra auf. Gleichzeitig berichtete sie von einer steigenden Verschmutzung von Stränden und Flussufern durch riesige Tentakel aus weggeworfenen Altkleidern.

In der anschließenden Diskussion stellten Golda Esime Korda aus Ghana und Akou Colette Boateng aus Togo, zwei junge Südfreiwillige der Norddeutschen Mission, ihre Perspektive auf die Situation vor. Sie machten deutlich, dass es insbesondere bei den jüngeren Menschen ein großes Interesse an preiswerter, modischer Kleidung aus Europa, insbesondere für den beruflichen Alltag, gibt. Traditionelle afrikanische Kleidung, die in der Anschaffung einen höheren Preis hat, ist eher bestimmten Anlässen vorbehalten (Hochzeit, Beerdigung, Feste, u.ä.). Die Diskussion ergab, dass im tropischen und subtropischen Klima grundsätzlich Kleidung mit einem hohen Baumwollanteil bevorzugt wird und extrem günstige Textilien aus Kunstfasern ebenso wie Ultra Fast Fashion geringer Qualität wenig nachgefragt sind. Einig waren sich alle, dass der starke Mengenanstieg der Textilien ebenso wie die schlechte Qualität wesentliche Ursachen für die überbordende Vermüllung sind.

19. Februar 2026
MADE in EU – Film und Gespräch

Das City 46 zeigte diesen gerade erschienen Film über eine Textilarbeiterin in Bulgarien und lud die Kampagne für Saubere Kleidung zur Gestaltung eines Filmgespräches ein. Der sehenswerte Film thematisiert die prekäre Situation in der bulgarischen Bekleidungsindustrie zu Beginn der Coronapandemie. Er verdeutlicht, dass sich die Situation von Textilarbeiter:innen in Europa nicht grundsätzlich von denen in Asien oder Lateinamerika unterscheidet. Verschärft wurde die Situation noch durch den Ausbruch der Coronapandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen. Im Anschluss an den Film berichtete Eliza Vladimirova , Projektleiterin von MoBA (Beratungsstelle für mobile Beschäftigte und Opfer von Arbeitsausbeutung) bei Arbeit und Leben über die Situation von Arbeiter:innen in ihrem Heimatland, während Gertraud Gauer-Süß die Arbeit und die Forderungen der Kampagne für Saubere Kleidung vorstellte. Es entwickelte sich ein angeregter Austausch mit den anwesenden Kinobesucher:innen (15 P.)

25. März 2026
Recht auf Wasser – Frauenrechte und Rechte der Natur

Im Rahmen ihrer Wasserwochen (16. bis 30. März 2026) lud die Stadt Achim am 25. März zur Veranstaltung „Input und Diskussion: Recht auf Wasser – Frauenrechte und Rechte der Natur“ ein. Angelika Saupe, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Achim, moderierte den Abend und führte mit einem Input zu den beiden Themenschwerpunkten in die Veranstaltung ein. Darauf aufbauend verdeutlichte Lena Quathamer (biz) u. a., welche Unterschiede sich aus der Anerkennung von Eigenrechten der Natur gegenüber dem bestehenden Umwelt- und Verbandsklagerecht ergeben würden. Saskia Zwilling (Ratsmitglied Stadt Achim & Kreisfrauenrat Verden) ging näher auf den virtuellen Wasserverbrauch und die Auswirkungen auf Frauen weltweit ein. Gemeinsam mit Sabrina Kernhoff (NABU Achim) diskutierte sie, wie jede Person sowie die Stadt Achim zu einem nachhaltigeren Umgang mit und gerechteren Zugang zu Wasser beitragen können. Anschließend hatte das Publikum die Möglichkeit, offene Fragen zu klären. Es wurde deutlich, dass die Rechte der Natur notwendig sind, um eine Basis zu schaffen, auf der Menschen, Wirtschaft und Natur ihre Interessen auf Augenhöhe verhandeln können.

21. März 2026
Quizzen fürs Wasser

Moderator:innen der Quiznight

Zum Weltwassertag lud das Wasserforum Bremen zu einem unterhaltsamen Kneipenquiz in die KlimaWerkStadt ein – ein Ort, der perfekt für dieses Format passte. Die Resonanz war groß: 24 Teilnehmende unterschiedlichen Alters – Gruppen und Einzelgäste, die sich vor Ort zu Teams zusammenschlossen, – sorgten für eine lebhafte Stimmung. Insgesamt sieben Teams kämpften in vier Quizrunden um Punkte und vertieften spielerisch ihr Wissen zu (Ab-)Wasser, lokal wie global. Ein besonderes Highlight war die Kategorie zum Thema des diesjährigen Weltwassertages: ‚Water & Gender‘. Eindrücklich führte sie vor Augen, dass Frauen weltweit die Hauptlast fehlender Wasserversorgung tragen. So lernten die Teilnehmenden, dass Frauen (und Mädchen) zusammengenommen, täglich aus der Steinzeit in die Gegenwart laufen müssen, um Wasser zu holen. Der Abend war nicht nur informativ, sondern bot auch Raum für Austausch, Spaß und neue Aha-Momente..

19. März 2026
Methodenstammtisch Globales Lernen

Das Thema „Ins Handeln kommen – wie?“ regte zunächst dazu an, zu überlegen, wann man selbst in der Schule gehandelt hat. Was blieb in der Erinnerung hängen? Das waren im wesentlichen praktische Erfahrungen, wie etwa handwerklich tätig zu werden. Was ist mit „Handeln“ gemeint? Welche Handlungsebenen kennen wir? Dazu betrachteten die TN die Übersicht der vier Ebenen Information, Alltag, Partizipation und Kreativität und füllten einen Fragebogen zu eigenen Interessen und Stärken in diesen Bereichen aus (Quelle: Projekt Profund, LiS Bremen).
Methodisch hatten einige Bücher aus der biz-Bibliothek vieles zu bieten, die sich die TN nach einer kurzen Lesephase gegenseitig vorstellten. Fazit: Ins Handeln kommen braucht Zeit, Betroffenheit und Verbundenheit mit anderen und mit der Welt, in der wir leben.

03. März 2026
Workshop Fast Fashion für FSJ-Gruppe

Für eine FSJ-Gruppe aus Nordrhein-Westfalen führten Mara Lang und Gertraud Gauer-Süß einen zweistündigen Workshop zum Thema Fast Fashion durch. Zu Beginn erarbeiteten alle gemeinsam die textile Produktionskette, vom Baumwollanbau über die Verarbeitung bis hin zur fertigen Jeans im Laden. Dabei wurde deutlich, wie viele Ressourcen, Arbeitsschritte und Transportwege in unserer Kleidung stecken. Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen mit den negativen ökologischen Folgen von Fast Fashion, zum Beispiel hoher Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung durch Chemikalien oder den großen Mengen an Textilmüll. Darauf aufbauend entwickelten die Gruppen eigene Ideen und Lösungsansätze, wie man Fast Fashion im Alltag vermeiden oder zumindest reduzieren kann. Den Abschluss bildete eine kurze Umfrage, in der die 20 Teilnehmenden festhielten, was sie persönlich in Zukunft anders machen möchten, zum Beispiel bewusster Kleidung kaufen, Dinge länger tragen, reparieren oder häufiger Second Hand nutzen.

29. Januar 2026
Methodenstammtisch Globales Lernen

Im ersten Methodenstammtisch in 2026 stellte Birte Habel das leicht geänderte Konzept vor. Zukünftig sollen im Methodenstammtisch Methoden zu einem Thema gesammelt und weiterentwickelt werden. Das wurde zum Thema „Welt verstehen“ auch gleich in die Tat umgesetzt. Wie dringen wir durch mit der globalen Perspektive? Was erzeugt Resonanz bei Kindern und Jugendlichen? Die tägliche Ernährung, der Konsum von Produkten, die schon eine weite Reise hinter sich haben, die täglichen Schlagzeilen – all das sind Anknüpfungspunkte. Methodisch muss es offenbar schockieren, um gesehen zu werden. Dazu eigneten sich etwa Storytelling-Setups, die die Schüler:innen zeitweise einladen, sich in eine Geschichte, ein Bild, hineinzuversetzen. Fazit: Der Stammtisch hat wieder inspiriert und die Anwesenden gemeinsam zu Ideen geführt, die sie vorher nicht hatten.